Dr. med. Till M. Mendler

Facharzt für Psychosomatische Medizin

und Psychotherapie

Hochbegabte werden allgemein als eine Elite betrachtet, die begünstigt ist. Man denkt, solche Menschen haben es sowieso leichter als andere...

 

Viel häufiger als erwartet aber haben hochbegabte Menschen eher mehr Schwierigkeiten und Probleme im Alltag als durchschnittlich Begabte, und sie setzen sich mit ihren subjektiv empfundenen Unzulänglichkeiten oder den erfahrenen Ausgrenzungen sehr kritisch, sehr bewusst

und sehr nachhaltig auseinander.

 

Inzwischen haben zahlreiche Begegnungen und Erfahrungen mit hochbegabten PatientInnen mich auf das Thema der besonderen Schwierigkeiten, Nöte und Bedürfnisse dieser Menschen aufmerksam gemacht. Ein Thema, das bisher wissenschaftlich in der Psychotherapie noch kaum rezipiert ist.

 

Für einen begabten Menschen kann es aber eine entscheidende Wende in seinem Leben sein, seine bisher als Defizit oder Schwäche erlebten Seiten als einen Teil seiner Begabung zu verstehen. Für ihn kann die Integration dieser Aspekte - oder häufig zunächst erst einmal die grundsätzliche Akzeptanz seiner Begabung überhaupt - eine wichtige Tür zu weiteren Entwicklungs- und Entfaltungsmöglichkeiten öffnen, denn:

 

Ob geleugnet oder bekämpft -

wegmachen lässt sich eine hohe Begabung nicht.

Die damit verbundenen “Schattenseiten”

lassen sich aber durchaus “in den Griff kriegen”.

Schwerpunkte

Hochbegabung

Ein wesentlicher Schwerpunkt meiner Arbeit

besteht in die Behandlung von Menschen mit körperlichen Beschwerden,

für die sich keine – oder nicht ausreichende – körperliche, organische Ursachen finden lassen.

 

Solche körperlichen Symptome können

Schmerzen unterschiedlicher Art sein,

aber auch Übelkeit, Herzrasen, Bluthochdruck, Schwindel, Schlafstörungen und vieles mehr.

 

Weitere Schwerpunkte:

  • Menschen mit Traumatisierung(en)
  • Menschen mit Essstörungen
  • Menschen mit besonderer Begabung,

die trotzdem oder deshalb Schwierigkeiten haben.

 

Grundlage der Behandlung

ist ein gemeinsam mit den Betroffenen entwickeltes Verständnis der Beschwerden,

das psychische, körperliche und soziale Aspekte miteinander in Zusammenhänge bringt.

 

Das Behandlungsangebot umfasst

Einzel- und Gruppentherapie (derzeit keine Gruppe),

überwiegend psychodynamisch (tiefenpsychologisch fundiert), ergänzt um verhaltenstherapeutische und interaktionelle Aspekte sowie Entspannungsverfahren

und imaginative Verfahren einschließlich EMDR.

 

Hilfe für Menschen

 

mit Essstörungen

mit Problemen der Verarbeitung einer körperlichen Erkrankung

mit chronischen Schmerzen

 

mit Ängsten

in Lebenskrisen

mit psychisch relevanten Faktoren bei internistischen Krankheiten

mit sexuellen Störungen

mit posttraumatischen Belastungsreaktionen

 

die Schwierigkeiten mit oder trotz einer hohen Begabung haben

Von Hochbegabung

spricht man ab einem Gesamt-IQ von 130.

 

Hochbegabung allein führt noch nicht zu Erfolgen. Sie bedarf der Förderung, Anerkennung und Entwicklung.

 

Hochbegabte berichten z.B.:

 

  • soziale Isolation
  • soziale Ängste
  • Stimmungslabilität
  • hohe Empfindsamkeit
  • ein Gefühl, “irgendwie falsch oder schlecht zu sein”
  • Unentschlossenheit
  • Unsicherheit
  • hohes Rückzugsbedürfnis
  • hohe Stressbelastung
  • hohe innere Unruhe
  • ein häufiges „Vor-sich-her-schieben“ wichtiger Dinge
  • ein intensives Mitleiden an der Not anderer oder ein „Leiden“ an der Welt, wie sie erlebt wird
  • Schwierigkeiten durch die Kombination von hoher Sensibilität und ausgeprägten Ansprüchen an sich selbst.